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Heads-Up: die Meisterklasse beim Pokern

In den letzten Tagen habe ich mich vor allem an den Heads-Up Hyper Turbo Tischen versucht. Anfangs lief es mehr als gut, bis ich dann ein paar Buy-Ins verloren habe. Die Swings in diesem Format sind bisher mit die heftigsten, die ich erlebt habe, aber mit einer guten Bankroll kann man das gut verkraften.

Für mich steht jedenfalls fest, dass es nicht schaden kann, auch das Heads-Up-Spiel ordentlich zu üben und zu studieren. Das Gute ist, dass die SnG in diesem Format recht schnell vorbei sind und man gleichzeitig sehr viele Hände spielen kann.

Große Swings bei Heads-Up SnG

Das Schlechte ist, dass man wirklich ordentlich Buy-Ins verzocken kann. 10-20 Stacks hoch und runter sind völlig normal, und damit muss man mental erst einmal klar kommen, wenn man mal 5-10 mal hintereinander mit der besseren Hand all-in verliert.

Es geht bei den Heads-Up Hyper Turbo SnG immer auf und ab

Ansonsten hat sich die letzten Tage Bankroll-mäßig nicht viel getan, ich bewege mich derzeit grob zwischen 440$ und 480$ und hoffe natürlich, dass ich im Oktober wieder deutlich über die 500$ komme.

Gleichzeitig spiele ich derzeit deutlich weniger als in den letzten Monaten, schaue mir dafür teilweise Videos von bencb und von alten EPT coverages an.

Dabei frage ich mich hin und wieder, um wieviel besser man tatsächlich auf den höheren Levels spielen muss. Vor 13 Jahren habe ich auch hin und wieder Ausflüge an NL100 oder gar NL1000 gewagt (ohne die nötige Bankroll dafür zu haben), und da war es gefühlt deutlich einfacher zu gewinnen. Heute sind selbst auf den Mikro-Limits viele gute Spieler unterwegs, die sich teilweise zigtausende $ an Profit erspielt haben.

Ich werde aber vermutlich noch einige Zeit bei den 1,50 – 3,50$ SnG bleiben und die 5,50, 7 bzw. 7,50 und 11$ SnG und MTT erst mit einer Bankroll von gut über 1000$ angehen, und das kann sicher noch etwas dauern – es sei denn, ich mache mal wieder einen random final table und cashe ordentlich:)

In der Zwischenzeit werde ich noch das Buch „Molly’s Game“ fertig lesen, was ich dann auch mal etwas rezensieren werde.

Sehr unterhaltsam und lesenswert: „Molly’s Game“ von Molly Bloom.

Das Buch „Molly’s Game“ von Molly Bloom ist eine willkommene Abwechslung zur Pokertheorie und zum Spielen an den virtuellen Tischen und zeigt, dass sich die Begeisterung für das Pokern durch alle Bevölkerungsschichten zieht – völlig unabhängig von den jeweiligen Stakes.

Ich werde in den nächsten Tagen vermutlich wieder an die „normalen“ 9-handed Turbo SnG wechseln und das ein oder andere MTT mit einstreuen, in der Hoffnung, dass ich mich langsam aber stetig immer näher an meine 2000$ herankämpfe.

Viele osteuropäische Spieler an den HU-Tischen

Was mir noch aufgefallen ist: Zumindest an den Micro-Tischen sitzen oftmals viele russische, ukrainische oder auch bulgarische Spieler. Ich werde das Gefühl nicht los, dass sich hier recht viele Spezialisten tummeln, die recht aggressiv spielen und nur auf unerfahrene Spieler wie mich warten, um sie auszunehmen.

Ich habe ja schon locker 1,5 Millionen Hände gespielt und durchaus Erfahrung, aber es ist wirklich erstaunlich schwierig hier mit positivem ROI rauszugehen. Vielleicht ist auch meine sample size einfach zu gering und / oder ich spiele (noch) zu schlecht, aber so richtig den Dreh raus habe ich tatsächlich noch nicht.

Heads-Up-Videos von Doug Polk

In einem neulichen Video von Poker-Pro Doug Polk bin ich dann auf den „fun fact“ gestoßen, dass auch er einfach andauernd verliert – zumindest gegen bestimmte Spieler. Vielleicht kommt man mit einem gewissen Spielertyp auch einfach nicht so gut klar wie mit anderen, und wenn man regelmäßig gegen gute Spieler antritt, werden diese auch alles daran tun, um die eigenen Schwächen zu analysieren und zu „exploiten“.

Dafür wird es auch hoffentlich genügend andere Spieler geben, gegen die man im direkten Vergleich eine „edge“ hat, um dann langfristig zu gewinnen. Ich persönlich habe aber zumindest auf dem 3,50$ Hyper Turbo Level auf Pokerstars noch nicht allzu viele Spieler gefunden, gegen die ich langfristig gut gewinnen kann – zumindest sieht es da laut Sharkscope momentan sehr schlecht aus:P

Aktuelle Sharkscope-Stats im Oktober 2020

Auf dem 1,50er Level scheine ich teilweise positiv zu spielen, aber auf dem 3,50er sieht es echt nicht gut aus im Heads-Up. Dafür bin ich an den 9er SnG gut dabei, weshalb es vermutlich weiser ist, den Fokus mehr auf die full ring tables zu richten.