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Pokertheorie

Was sind gute Poker-Starthände nach Position?

Gerade Pokerspieler, die noch am Anfang stehen, haben oftmals Schwierigkeiten, mit den richtigen Starthänden zu beginnen. Ich habe ein paar Tabellen generiert, die vielleicht einen guten Startpunkt darstellen können.

Starthände von der ersten Position (UTG)

Hier würde ich einen Unterschied machen zwischen einem „full ring table“ mit 9 oder 10 Spielern und einem short-handed table mit z.B. 6 Spielern. Bei mehr Spielern würde ich tendenziell ca. 10% der Hände spielen. Eine mögliche Tabelle könnte so aussehen:

Mögliche Pokerstarthände von „under the gun“ (UTG), generiert mit Pockertracker
In dieser Tabelle sind mehr „suited kings“ und auch KQo und KJO vertreten, dafür fallen A9s und A8 raus

Grundsätzlich eignen sich beide Tabellen sehr gut, wobei ich persönlich auch hin und wieder „suited connectors“ mit herreinnehmen würde.

Starthand-Tabellen von mittleren Positionen

Von den mittleren Positionen, teilweise auch MP1, MP2, MP3 bzw. vor dem Cut-Off auch Lo-Jack und Hi-Jack könnte man seine „range“ etwas erweitern und zwischen 15 und 30% der Hände spielen.

Von UTG+1 würde ich auch die kleineren Pärchen 33, 44 und 55 hinzunehmen, auf jeden Fall alle „suited kings“ mit Broadway-Charakter sowie weitere „suited aces“
Von MP1 und MP2 könnte man auch die 2er Pärchen spielen, alle Asse und auch ein paar „suited queens“
Knapp 30% der Hände würde ich von MP3 bzw. Lo-Jack und Hi-Jack spielen

Starthände von späten Positionen

Die aggressivsten Positionen sind Cut-Off und Button / Dealer. Wenn man einen mittelgroßen Stack hat, also z.B. 25-30 Big Blinds, dann könnten die folgenden Starthand-Tabellen hilfreich sein:

Von Cut-Off und SB vs BB könnte man ca. 40% der Hände spielen
Bei diesem Modell würden dann auch so langsam kleiner „suited connectors“ und „suited one-gappers“ und „two gappers“ hinzukommen
Vom Button lassen sich fast 50% der Hände profitabel spielen

Fazit zu den Poker-Starthand-Tabellen

Man kann sehen, dass die „ranges“ je nach Position sehr unterschiedlich ausfallen können. Wichtig ist, dass man jedoch nicht einfach nach Tabellen spielt, sondern sich auch sehr an die Spielweise der anderen Teilnehmer am Tisch richtet.

Wenn z.B. einige Spieler dabei sind, die gefühlt jede zweite Hand spielen, dann sollte man sein Spiel auch etwas „tighter“ ausrichten und eher auf „value“ spielen, das heißt die besseren Hände auch aggressiver erhöhen.

Wichtig ist auch, dass man hin und wieder Bluffs einbaut, z.B. könnte man von frühen Positionen auch mal 56s einbauen, um die Mitspieler zu täuschen, sodass man später seine besseren Hände ausbezahlt bekommt.

Ich habe mich hier vor allem auf die Slansky-Karlson-Tabellen bezogen, die egtl. eher im SB vs BB Spiel zum Einsatz kommen, aber ich finde sie persönlich sehr hilfreich.

Selbstverständlich gibt es noch viele weitere Tabellen mit Starthänden, und jeder Spieler sollte sich eine individuelle „range“ basteln, die er je nach Tischgröße und Spielgeschick zusammenstellt.