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Wie man einen kühlen Kopf bewahrt

Das Thema Tilting ist sicherlich vielen Pokerspielern ein Begriff: Man spielt deutlich schlechter als sonst, bringt nicht sein „A Game“ und verliert in kurzer Zeit viele Hände.

Oftmals ist ein sogenannter „bad beat“ der Auslöser einer Streak, die ein großes Loch in die Bankroll reißen kann. Dann ist es wichtig, Abstand zu nehmen, sich zu besinnen und die Situation neu zu bewerten.

Ich spiele selber seit fast 20 Jahren Poker, wobei ich bisher etwa 1,2 – 1,5 Millionen Hände gespielt habe. Zwischenzeitlich hatte ich mal ein paar Jahre pausiert, hatte andere Prioritäten wie Studium, Businesses aufbauen, Frau usw.

Mit den Jahren entwickelt man auch eine andere Haltung zum Thema Pokern und auch Tilting. Für mich persönlich ist die psychische Stabilität beim Pokern einer der wichtigsten Faktoren geworden, um erfolgreich pokern zu können.

Sicherlich hat mir mein jahrelanges Triathlontraining (bisher drei Mal den Ironman gefinished) sehr dabei geholfen, die nötige Selbstdisziplin und auch Selbstvertrauen aufzubauen. Wer selbst an einem Online-Tisch Zuversicht ausstrahlt ist deutlich schwieriger zu schlagen als jemand, der zögerlich und schwach seine Einsätze macht.

„Bad beats“ analysieren

Was mir immer hilft, ist die Analyse von Schlüsselhänden. Das können vermeintliche „bad beats“ sein, die sich dann aber einfach nur als schlecht gespielte Hände entpuppen.

Mittlerweile habe ich ca. zehn Pokerbücher gelesen, um zahlreiche theoretischen Perspektiven auf Texas Hold’em No Limit zu bekommen, insbesondere für Turniere (MTTs) und Sit n Gos.

Und es ist fast immer so, dass man etwas an seinem Spilstil optimieren kann, ein paar Fehler findet, die man durch viel Übung und Analyse in den Griff bekommen kann.

Sport machen

Wie oben schon erwähnt, ist der körperliche Ausgleich zum Pokern immens wichtig. Wenn die Durststrecke gefühlt ewig andauert und man nur schlechte Hände gedealt bekommt, dann sollte man vielleicht mal eine Runde Laufen gehen oder dem Schwimmbad einen Besuch abstatten.

Wir dürfen nicht vergessen: Die Distribution an guten oder schlechten Händen ist bei vielen gespielten Händen sehr ähnlich, jeder bekommt mal bessere, mal schlechtere Karten – die Frage ist nur, wie ich mit den Situationen individuell umgehe. Die Fehler sind letzten Endes fast immer bei einem selbst zu suchen und auch zu finden.

Sonst würde es nämlich keine künstlichen Intelligenzen (KIs) und Algorithmen geben, die mittlerweile die besten Pokerspieler der Welt regelmäßig schlagen. Poker ist letzten Endes ein Skill-Spiel und kein Glücksspiel.

Bankroll Management

Auch sehr wichtig ist ein solides Bankroll Management. Ich persönlich spiele meist dann schlechter, wenn ich mich auf eine Level begebe, bei dem ich mich etwas unwohl fühle. Das kann an hohen Einsätzen liegen oder daran, dass die anderen Spieler deutlich besser sind als ich – das geht meistens Hand in Hand.

Mittlerweile habe ich überhaupt kein Problem mehr damit, ein oder zwei Levels nach unten zu marschieren, wenn ich für längere Zeit eine Durststrecke habe. Dabei ist es bei mir bisher maximal so gewesen, dass ich 10-20 Sit n Gos sehr verlustreich war, danach hat sich das meist wieder normalisiert.

Ich empfehle, dass man mindestens 30-50 Buy-Ins für das jeweilige Sit n Go Level in der Hinterhand hat, konservative Spieler würden sogar 50-100 Buy-Ins empfehlen, was ich bei Cash Games auf jeden Fall auch so sehen würde.

Beherzigt man diese Tipps, dann kann man deutlich leichter einen kühlen Kopf bewahren in schwierigen Situationen – so geht es mir zumindest.

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